Blog · 10.08.2026 · Josef Wilhelm · 9 Min.
Bilder SEO: Alt-Text, Dateinamen und die Bildersuche
Bilder-SEO ist einer der wenigen Bereiche, in denen sich zwei Dinge decken, die sonst gern gegeneinander laufen: Was Bilder für Suchmaschinen nützlich macht, macht sie gleichzeitig für Menschen mit Screenreader zugänglich und für alle anderen schneller. Es gibt hier keinen Trick, sondern eine Handvoll Handgriffe, die beim Hochladen zwanzig Sekunden kosten und danach dauerhaft wirken.
Quick Answer
Bilder-SEO besteht aus vier Dingen: einem beschreibenden Alt-Text für jedes inhaltstragende Bild, einem sprechenden Dateinamen, einer angemessenen Dateigröße im richtigen Format, und Bildern, die tatsächlich etwas zum Text beitragen. Wie viel das bringt, hängt vom Thema ab. Bei visuellen Themen viel, bei abstrakten Dienstleistungen wenig.
Der Alt-Text: wofür er wirklich da ist
Der Alt-Text beschreibt, was auf einem Bild zu sehen ist, wenn das Bild nicht dargestellt werden kann. Er wird von Screenreadern vorgelesen und angezeigt, wenn eine Datei nicht lädt. Suchmaschinen nutzen ihn, um den Bildinhalt einzuordnen.
Diese Reihenfolge ist wichtig, weil sie automatisch zu guten Texten führt: Schreib ihn für einen Menschen, der das Bild nicht sehen kann. Dann ist er von selbst auch für Google richtig.
Gut: Handwerker verlegt Eichenparkett in einem leeren Altbauzimmer
Schlecht: parkett verlegen parkett handwerker parkett kosten münchen
Ebenfalls schlecht: Bild1 oder Foto
Zwei Regeln, die oft fehlen. Ein knapper Satz reicht, keine Romane. Und rein dekorative Bilder bekommen ein leeres alt-Attribut, also alt="". Das ist kein vergessener Eintrag, sondern die korrekte Auszeichnung: Sie sagt dem Screenreader, dass hier nichts vorzulesen ist.
Dateiname, Format, Größe
Dateiname. eichenparkett-altbau-muenchen.jpg schlägt IMG_4021.jpg. Das Signal ist schwach, aber es kostet nichts, wenn du es beim Hochladen machst. Nachträglich umbenennen lohnt selten, weil dabei bestehende Verweise brechen.
Format. WebP ist Stand 2026 die vernünftige Standardwahl: spürbar kleiner als JPEG bei vergleichbarer Qualität, überall unterstützt. AVIF komprimiert noch besser, ist aber umständlicher zu erzeugen. Logos und Symbole gehören als SVG eingebunden, weil sie damit bei jeder Größe scharf bleiben und fast nichts wiegen.
Größe. Hier passiert der teuerste Fehler, und er ist erschreckend verbreitet: Ein 4000 Pixel breites Handyfoto landet in einem 800 Pixel breiten Container. Der Browser lädt die vollen sechs Megabyte und rechnet sie klein. Auf dem Handy im Mobilfunknetz ist das der Unterschied zwischen einer Sekunde und zehn.
Skalier Bilder vor dem Hochladen auf die Breite, in der sie tatsächlich erscheinen, und bleib möglichst unter 200 Kilobyte. Bei kleinen Websites ist das fast immer der größte einzelne Ladezeitfaktor, und die übrigen Hebel stehen in Ladezeit verbessern.
Was moderne Systeme dir abnehmen
Bevor du anfängst, von Hand zu optimieren: Die meisten aktuellen Systeme erledigen den technischen Teil bereits. WordPress erzeugt automatisch mehrere Größen und liefert die passende aus. Shopify, Shopware und die gängigen Baukästen ebenso. Moderne Frameworks bringen eigene Bildkomponenten mit, die Formatumwandlung und verzögertes Laden übernehmen.
Was dir kein System abnimmt, sind die inhaltlichen Teile: Alt-Text und Dateiname. Genau die bleiben deshalb übrig, und genau die fehlen in der Praxis am häufigsten.
Ein Hinweis zum verzögerten Laden: Bilder, die erst beim Scrollen geladen werden, sind gut für die Ladezeit. Das gilt aber nicht für das große Bild ganz oben, das beim Aufruf sofort sichtbar ist. Wenn du ausgerechnet das verzögert lädst, verschlechterst du die gemessene Ladezeit, statt sie zu verbessern.
Lohnt sich die Bildersuche für dich überhaupt?
Die ehrliche Antwort lautet: kommt drauf an, und du kannst es messen, statt zu raten.
In der Search Console lässt sich der Leistungsbericht oben auf den Suchtyp Bild umstellen. Dort siehst du, wie viele Impressionen und Klicks über die Bildersuche kommen. Steht dort nach ein paar Monaten praktisch nichts, ist Bilder-SEO für dein Thema ein Nebenschauplatz, und du solltest die Zeit in Text stecken.
Als grobe Orientierung: Rezepte, Produkte, Mode, Reiseziele, Handwerksergebnisse, alles Vorher-Nachher-Artige zieht über die Bildersuche echten Traffic. Beratung, Software, abstrakte Dienstleistungen kaum. Für lokale Anbieter ist der Fall besonders interessant, weil echte Fotos der eigenen Arbeit auch auf das Unternehmensprofil einzahlen, siehe lokales SEO.
Bilder-Sitemap: brauchst du eine?
Meistens nein. Wenn deine Bilder normal im HTML eingebunden sind, findet Google sie beim Crawlen der Seite. Eine eigene Bilder-Sitemap lohnt sich in zwei Fällen: wenn Bilder erst per JavaScript nachgeladen werden und deshalb im ausgelieferten HTML fehlen, oder wenn sie auf einer anderen Domain liegen, etwa einem CDN.
Viele SEO-Plugins ergänzen die Bildangaben ohnehin automatisch in der bestehenden Sitemap. Prüf im Zweifel, was deine Sitemap tatsächlich enthält, statt eine zweite anzulegen.
Der Punkt, der mehr zählt als alle Technik
Ein Bild rankt nicht, weil es gut ausgezeichnet ist. Es rankt, weil es etwas zeigt, das jemand sehen wollte.
Das ist der Grund, warum Stockfotos und generische KI-Bilder in der Bildersuche kaum vorkommen: Es gibt sie tausendfach, und keine Version davon ist die gesuchte. Ein selbst fotografiertes Ergebnis deiner Arbeit, ein Screenshot mit der echten Fehlermeldung, eine Skizze, die einen Zusammenhang erklärt, solche Bilder haben eine Chance, weil es sie sonst nirgends gibt.
Zur KI-Frage deshalb die pragmatische Antwort: Erlaubt ist sie, Google bewertet Bilder nicht nach ihrer Herkunft, und für dekorative Zwecke ist nichts dagegen einzuwenden. Nur ersetzt sie nicht das eine echte Foto, das zeigt, dass du die Sache wirklich gemacht hast.
Bilder sind schnell erledigt, Texte nicht
Alt-Texte und Dateigrößen hast du an einem Nachmittag im Griff, und danach läuft es beim Hochladen mit. Was bleibt, ist die Frage, welche Seiten es überhaupt geben soll und worüber sie schreiben. Einfach SEO übernimmt das: Search-Console-Daten auswerten, die Suchanfragen mit echtem Volumen finden, die Artikel schreiben und jeden Entwurf von einer zweiten KI prüfen lassen, bevor du entscheidest. 79 € einmalig statt Monatsgebühr. Vorher kostenlos nachsehen, was in deiner Nische gesucht wird: 5 Keywords mit echten Suchzahlen, gratis.
FAQ
Was gehört in einen Alt-Text?
Was auf dem Bild zu sehen ist, in einem knappen Satz, so wie du es jemandem am Telefon beschreiben würdest. Keine Keyword-Aneinanderreihung, kein „Bild von“. Der Alt-Text ist zuerst eine Barrierefreiheitsfunktion für Screenreader und erst danach ein SEO-Signal, und genau diese Reihenfolge führt automatisch zu guten Texten.
Brauchen wirklich alle Bilder einen Alt-Text?
Alle inhaltstragenden ja. Rein dekorative Bilder, etwa Trennlinien oder Hintergrundmuster, bekommen ein leeres alt-Attribut. Das ist kein Versäumnis, sondern korrekt: Es sagt Screenreadern, dass sie das Element überspringen können, statt eine sinnlose Beschreibung vorzulesen.
Ist der Dateiname wichtig?
Er ist ein schwaches, aber kostenloses Signal. `blaue-laufschuhe-herren.jpg` ist besser als `IMG_4021.jpg`, weil sowohl Suchmaschinen als auch Menschen daraus etwas ableiten. Der Aufwand ist minimal, wenn du es beim Hochladen machst; nachträglich umbenennen lohnt sich meist nicht, weil dabei Verweise brechen.
Welches Bildformat soll ich nehmen?
WebP ist Stand 2026 die pragmatische Standardwahl: deutlich kleiner als JPEG bei vergleichbarer Qualität und überall unterstützt. AVIF komprimiert noch besser, ist aber aufwendiger zu erzeugen. Für Logos und Symbole bleibt SVG die beste Wahl, weil es bei jeder Größe scharf bleibt und winzig ist.
Wie groß darf ein Bild sein?
Als grobe Orientierung: nicht breiter als es tatsächlich dargestellt wird, und möglichst unter 200 Kilobyte. Der häufigste Fehler ist, ein 4000 Pixel breites Handyfoto in einen 800 Pixel breiten Container zu laden. Der Browser lädt trotzdem die volle Datei, und auf dem Mobilfunknetz merkt man das sofort.
Bringt die Google-Bildersuche überhaupt Besucher?
Das hängt stark vom Thema ab. Bei Rezepten, Produkten, Reisezielen, Handwerk und allem visuell Geprägten ja, teils erheblich. Bei abstrakten Dienstleistungen kaum. Prüf es selbst: In der Search Console lässt sich der Leistungsbericht auf den Suchtyp Bild umstellen. Steht dort nichts, ist Bilder-SEO für dich ein Nebenschauplatz.
Sollte ich KI-generierte Bilder verwenden?
Erlaubt ist es, und Google bewertet Bilder nicht nach ihrer Herkunft. Der Haken ist ein anderer: Generische KI-Bilder sehen aus wie generische KI-Bilder, und sie tragen nichts bei, was es nicht schon tausendfach gibt. Ein echtes Foto von deiner Arbeit ist fast immer wertvoller, gerade bei lokalen Anbietern.
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